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Die größten Vorurteile gegen Veganer

Auf unserer Welt herrschen die verschiedensten Gerüchte. Auch vegan lebende Menschen sind davon stark betroffen. Doch was steckt dahinter? Was stimmt und was nicht? Wir klären auf …

„Veganer essen Soja und zerstören dadurch Regenwälder“

Die Nachfrage nach Soja wächst und dafür werden besonders in Südamerika Regenwälder zerstört. Der Grund dafür ist aber nicht bei der steigenden Anzahl an Veganern zu suchen, die die Nachfrage nach Tofu und anderen Soja-Produkten ankurbeln, sondern im steigenden Fleischkonsum. Denn die sogenannten Nutztiere müssen erst einmal gefüttert werden, damit im Anschluss ihr Fleisch verwertet werden kann. Demnach wird ca. 80% der weltweiten Sojaernte zu Viehfutter verarbeitet. Zudem wird das Soja, welches für die Lebensmittelproduktion verwendet wird meist regional angebaut. Aufschriften wie „aus Sojabohnen aus der Region Neusiedlersee“ sind auf den meisten Verpackungen zu finden.

„Ohne Fleisch ist man weniger leistungsfähig im Sport“

Das trifft vielleicht auf manche Veganer und Vegetarier zu, aber auch unter den Mischköstlern gibt es welche, sie sich sehr ungesund ernähren und dementsprechend weniger Leistung erbringen können. Jede Ernährungsform kann ausgewogen gestaltet sein, aber genauso gut eintönigen und ungesund mit vielen Fertigprodukten. Doch jeder Veganer, der auf die Zufuhr aller essentiellen Nährstoffe achtet, ist mindestens genauso leistungsstark, wie ein Mischköstler. (Wenn nicht sogar weit leistungsfähiger, wie beispielsweise Filme wie „The Game Changers“ zeigen.)

„Eine vegane Ernährung ist extrem teuer“

Das stimmt nicht unbedingt, denn auch wenn vegane Ersatzprodukte, wie beispielsweise veganer Käse wesentlich teurer sind, als das tierische Pendant dazu, sind natürliche rein pflanzliche Lebensmittel, wie Obst, Gemüse, Nüsse, Samen, Getreide und Hülsenfrüchte wesentlich günstiger, als ein Stück Fleisch. Es kommt also darauf an, wie man seine Ernährung gestaltet. Da Fertigprodukte aufgrund ihres hohen Salz- und Zuckergehaltes aber ohnehin nicht besonders gesundheitsförderlich sind, sollten sie nur einen kleinen Teil im Speiseplan ausmachen. Eine rein pflanzliche Ernährung ohne Fertigprodukte ist also sogar wesentlich billiger, als eine mit Fleisch, Milch und Eiern. Denn schließlich müssen die Nutztiere erst einmal Pflanzen fressen, um Fleisch, Milch und Eier zur Verfügung stellen zu können. Tierische Produkte sind viel zu billig, denn es kann nie billiger sein, den Umweg über das Tier zu nehmen!

„Veganer müssen auf sehr viel verzichten“

Wer tierische Produkte vom Speiseplan streicht, verzichtet auf Fleisch, Fisch, Milch, Eier und Honig. Doch die meisten Veganer setzten sich generell mit ihrer Ernährung auseinander und essen daher meist gesünder und unverarbeiteter, als der Durchschnitt. Vegan lebende Menschen verzichten außerdem auch auf Wolle, Leder, Seide und andere Produkte, bei denen Tierleid entsteht. Dieser gesündere und bewusstere Lebensstil, trägt zu einem wesentlich besseren Wohlbefinden bei. Man kann sich über die kleinen Dinge im Leben mehr erfreuen und richtet seine Aufmerksamkeit eher auf die wesentlichen Dinge im Leben, wie Freunde, Familie und Gesundheit, als auf den zehnminütigen Genuss beim Essen. Ich würde eine vegane Ernährung eher als eine Bereicherung fürs Leben beschreiben, nicht als einen Verzicht, denn es ist eine bewusste Entscheidung, die man für sich trifft. Man könnte also eher sagen: Veganer verzichten auf Zivilisationskrankheiten, wie beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, … und gönnen sich dafür ein gesundes, umweltfreundliches und tierleidfreies Leben.

„Veganer essen zu viele importierte Produkte“

Natürlich gibt es die sogenannten Superfoods, die meist aus anderen Ländern importiert werden. Doch auch als Veganer kann man sich regional und saisonal ernähren. Zudem muss man anmerken, dass auch Mischköstler importierte Produkte, wie Bananen kaufen, ohne sich Gedanken darüber zu machen. Das bedeutet nicht, dass man solche Lebensmittel nicht essen darf, aber man sollte auf die Menge achten, in der man diese konsumiert, egal wie man sich ernährt.

„Veganer essen den Tieren das Essen weg“

Auf unserem Planeten leiden täglich viele Menschen an Hunger. Würde man die Pflanzen, die man an unsere Masttiere verfüttert dafür nutzen, arme Menschen in anderen Ländern zu versorgen, so könnte der Welthunger besiegt werden! Also genau genommen isst jeder Fleischesser den hungernden Kindern in Afrika das Essen weg.

„Vegan zu leben ist nur ein Trend“

Veganismus ist kein Trend, eher eine Lebenseinstellung, die man für sich trifft, denn es ist besser für die Umwelt, die Gesundheit und die Tiere.

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Kommentare.

  • Avatar

    @Ella, du hast dir mit deinem Beitrag sehr viel Mühe gegeben und einige Mythen gegen eine vegane Lebensweise logisch und plausibel entkräftet.
    Mir ist aber dennoch nicht klar, wie deine angeführten Mythen entstanden sind. Es hat immer schon Menschen gegeben, die sich durch rein pflanzliche Nahrung gesund und nachhaltig ernähren konnten, und zwar jene, die in den Tropen und Subtropen lebten, bzw leben. Dort hält die Natur keine mehrmonatige Vegetationspause, Obst und Gemüse wachsen das ganze Jahr über und auch die Sonneneinstrahlung reicht für die benötigte Vitamin-D-Produktion völlig aus.
    Ganz anders sieht es in den ‚Gemäßigten Zonen‘ und in den Subpolargebieten aus. Die Vegetationsperioden sind kurz, im Winter macht die Natur Pause und die Sonnenstunden reichen bei weitem nicht aus, um ausreichend Vitamin-D generieren zu können. Deshalb konnten die Menschen in diesen Gebieten nur deshalb überleben, weil sie tierische Produkte konsumierten. Das zeigt sich schon anhand der Intoleranz von Milchzucker, diese ist in den südlichen Ländern weit stärker verbreitet als in den nördlichen, denn im Norden konnten nur die Menschen überleben, die das Calcium aus der Milch verwerten konnten. Im Süden konnten die Menschen das Calcium ganzjährig aus frischem Gemüse beziehen und waren auf Milch nicht angewiesen.
    Die vegane Lebensweise ist ja nichts Neues, die Idee dazu entstand ja bereits am Ende des 19. Jahrhunderts. In der Zeit zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg erlebte sie in Österreich ihre Wiedergeburt – aber nicht aus ethischer Überlegung, sondern weil es einfach zu wenig tierische Produkte gab, um die alle Menschen ernähren zu können.
    Der Wirtschaftsaufschwung Ende der 50er Jahre führte zu mehr Geld und Wohlstand und daher konnten sich die Menschen wieder Fleisch leisten und sich für die erlittenen ‚Hungerjahre‘ dadurch entschädigen.
    Die Schattenseite daran ist jedoch die durch die erhöhte Nachfrage entstandene Massentierhaltung und die ist ja der Aufhänger der Veganerinnen und Veganer. Sie sind der irrigen Meinung, dass sie durch den Verzicht auf tierische Produkte Tierleid verhindern würden, sie erreichen damit nur leider genau das Gegenteil. Warum? Die Anzahl der gehaltenen ‚Nutztiere‘ reduziert sich ja durch einen geringeren Absatz im Inland nicht. Wenn in Ö weniger Tierprodukte konsumiert werden, guckst du hier –> https://www.derstandard.at/story/2000097111678/fleischkonsum-in-oesterreich-sinkt-leicht-dennoch-deutlich-zu-hoch <– dann werden für dieses Produkte eben andere Märkte erschlossen. Die Folge davon sind vermehrt Tiertransporte. Aber genau das wollen sie ja nicht hören, denn das passt ja nicht in ihr heiles Weltbild vom gesunden Salat und den glücklichen Tieren.
    Ich kann keinen einzigen Punkt in deiner Aufzählung bestätigen, sondern sehe alle, als an den Haaren herbeigezogen, an.

    • Erdbeere Ella

      Aus den von dir genannten Gründen tierische Produkte zu essen macht aber auch keinen Sinn. Denn wenn ich mit etwas nicht zufrieden bin, dann muss ich das auch zeigen und eine Gegenbewegung starten, um Erfolg zu erzielen. Wenn man still und leiste zu Hause sitzt und weiter sein Fleisch isst, dann wird davon die Welt auch nicht besser. Ein Umdenken muss stattfinden!

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        –> Ganz anders sieht es in den ‚Gemäßigten Zonen‘ und in den Subpolargebieten aus. Die Vegetationsperioden sind kurz, im Winter macht die Natur Pause und die Sonnenstunden reichen bei weitem nicht aus, um ausreichend Vitamin-D generieren zu können. Deshalb konnten die Menschen in diesen Gebieten nur überleben, weil sie tierische Produkte konsumierten. <–
        Das ist einer der Gründe dafür, dass im Norden mehr tierische Produkte als im Süden konsumiert werden. Hier gehts ums Überleben und nicht um die Weltverbesserung.

      • Erdbeere Ella
        Erdbeere Ella

        Heute sind wir aber nicht mehr auf tierische Produkte angewiesen. Zudem geht es in den meisten Fällen nicht darum KEINE tierischen Produkte mehr zu konsumieren, sondern sie so weit wie möglich zu reduzieren. Denn die Massentierhaltung und der übermäßige Konsum von Fleisch in Industriestaaten ist das größte Problem, nicht der Konsum tierischer Produkte im Allgemeinen.

  • Avatar

    Vorurteile sind stets unangemessen!
    Es sollte sie nicht geben!

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    ääähhh… bevor du mir gleich wieder den Kopf abreißt 😉
    –> Ich kann keinen einzigen Punkt in deiner Aufzählung bestätigen… „Ohne Fleisch ist man weniger leistungsfähig im Sport“ „Veganer essen den Tieren das Essen weg“ <–
    das ist schon richtig, denn ein altes Sprichwort sagt: "Ein langsames Hendl kommt selten zu einem warmen Futter!" 😂
    Ja, es gibt Nahrungskonkurrenz zwischen Mensch und Tier – zB eine Wildschweinherde, die in ein Kukuruzfeld einfällt – da bleibt wenig übrig von. Zur Verteidigung muss ich jedoch einwerfen, dass der Mensch den Kukuruz für sich selbst oder seine 'Nutztiere' angebaut hat und die Wildschweine den Kukuruz gar nicht brauchen. Sie können sich ja z.B. im Wald Wurzeln ausgraben, so wie ihre Vorfahren es schon tausende von Jahren gemacht haben.

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    Aber zu diesem Punkt muss ich schon meinen Senf dazugeben 😋
    Am besten ist es, du liest diesen Kommentar erst morgen, damit ich dir den heutigen Tag nicht verderbe 😁
    –> Auf unserem Planeten leiden täglich viele Menschen an Hunger. Würde man die Pflanzen, die man an unsere Masttiere verfüttert, dafür nutzen, arme Menschen in anderen Ländern zu versorgen, so könnte der Welthunger besiegt werden! Also genau genommen isst jeder Fleischesser den hungernden Kindern in Afrika das Essen weg.
    <—
    Und wie soll das funktionieren? Es ist ja nicht so, dass in Afrika Sojabohnen und Getreide wachsen, diese abgeerntet und nach Europa gekarrt werden, damit dort die Rinder dick und fett werden. Das Problem ist jedoch, dass in vielen zu wenig wächst, um alle Menschen satt zu machen. Das wenige Gras reicht vielleicht grad für ein paar Schafe, Ziegen oder eine Kuh aus, denn Wiederkäufer können, im Gegensatz zum Menschen, aus Gras Calcium erzeugen und sie produzieren auch ihr eigenes B12, das sie selbst auch verwerten können. Das ist doch super, oder?
    Dadurch, dass man Menschen mit Nahrung versorgt, löst das Problem nur sehr kurzfristig, denn schon morgen haben sie wieder Hunger und steht vor dem selben Problem. Dies lässt sich nur dadurch lösen, dass man den Menschen die Möglichkeit gibt, selbst Getreide, Gemüse anzubauen, damit sie sich selbst versorgen können und nicht auf fremde Hilfe angewiesen sind. Darüberhinaus findet man in den ärmsten Ländern immer eine reiche und mächtige Oberschicht, die im Geld nur so schwimmt, während die Bevölkerung darben muss, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
    Also sind es doch nicht die gefräßigen Fleischfresser, die den armen Kindern Afrikas die Haare vom Kopf fressen! Das hätte mich auch sehr gewundert! 🤣